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Förderung

Am 28.  Dezember 1944 sank beim stärksten Luftangriff auf Siegburg die Benediktinerabtei Michaelsberg in Schutt und Asche. Die Barockkirche erlitt schwerste Zerstörungen, Dach und Gewölbe stürzten ab.  Durch die große Wucht der Detonationen und die Splitterwirkung der Bomben, wurde im Innern der Kirche fast alles vernichtet.
Wunder - Zufall - Fügung ? Ein Urteil darf sich jeder selber über eine Begebenheit bilden, die in vielen anderen Kirchen damals ähnlich vorgekommen ist:
in der alten Abteikirche hing an einem Pfeiler die sogenannte Münchener Madonna, eine Schnitzarbeit aus dem Anfang unseres Jahrhunderts.  Dieser Pfeiler wurde bei dem großen Angriff durch eine Fliegerbombe direkt getroffen.  Bis kurz über dem Kopf der Figur der Gottesmutter war alles weggerissen und zerstört, nur einzig Maria stand unbeschadet inmitten des Trümmerfeldes und hielt ihr Kind über die Ruinen der zerbombten Gottesburg.
Manch einer der Mönche, der dieses Schauspiel zu sehen bekam, mag vielleicht an ihn gedacht haben, den alten Wahlspruch der Abtei auf dem Michaelsberg: "In spe fortitudo nostra" -in der Hoffnung liegt unsere Stärke-.
Der mächtige Abteiturm und die Choranlage waren nicht so stark beschädigt worden.  Die Zerstörungen an der Kirche und den Abteigebäuden waren aber doch so gravierend, dass die Michaelsabtei zu den am meisten zerstörten Klöstern in Deutschland gehörte.
Im Jahr 1941 waren die Mönche von den Nationalsozialisten aus ihrem Haus vertrieben worden.  Diejenigen von ihnen, die überlebt hatten, kamen nach dein Krieg zurück.
Ihnen erging es genauso, wie damals vielen Menschen im Nachkriegsdeutschland: sie standen in den Trümmern ihres einstigen Zuhauses.  Mönche der Abtei hatten im Krieg den Tod gefunden, die Kirche war zerstört" kein Raum im Kloster war benutzbar und niemand wusste so recht, wie es weitergehen sollte.
Im Jahr 1948 veröffentlichen überall die Politiker ihre Neujahrsbotschaften für das beginnende Jahr.  Die Ansprachen sind geprägt von dem Wunsch der Menschen nach einem Frieden, der dauerhaft ist, nach einer Wirtschaft, die gesund und stark, wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben kann.
Der amerikanische Präsident Harry S. Truman spricht deutlich aus, was viele denken: "Wenn wir nicht zum Frieden bereit sind, können wir nichts schaffen und wenn die Welt ebenso gesinnt ist, wird sie auch nichts zuwege bringen."
Angesichts der Krisen- und Kriegsherde, die wir auch im Jahr 1998 immer noch erleben müssen, behalten solche Worte ihren eigenen Wert und bekommen wieder aktuelle Bedeutung.

Das Jahr 1948 jedenfalls brachte den endgültigen Bruch der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges.  Der "Kalte Krieg" warf seinen Schatten auf die Politik der Welt.

Durch die Währungsreform brachte das Jahr in wirtschaftlicher Hinsicht einen tiefen Einschnitt.  Mit der Einführung der Deutschen Mark war die Zeit der Rationalisierung und des Mangels vorbei - zumindest in den westlichen Besatzungszonen.  Wenn die Schaufenster sich auch wieder füllten, so waren doch die negativen Folgen in den Bereichen des Wirtschaftslebens nicht zu übersehen.  Die Zahl der Arbeitslosen stieg merklich an, Dienstleistungen und Waren verteuerten sich.
Wohnungen blieben 1948 in Deutschland auch weiterhin Mangelware.  Ruinen bestimmten das Bild der Städte.  Es heißt, dass bis zu sechs Millionen Menschen immer noch "bombengeschädigt" sind.  Statistische Erhebungen belegen, dass damals in Deutschland auf einen Wohnraum 1,37 Personen kommen.  Die größte Zahl der Deutschen wohnt in drangvoller Enge.  Bescheidenheit ist angesagt und die Reduzierung der Ansprüche.
Fragen der Architektur sind angesichts von Millionen Menschen, die in übervollen Wohnungen oder Flüchtlingslagern leben müssen, von nicht sehr großer Bedeutung.  Im Deutschland des Jahres 1948 sieht man überall notdürftig wiederaufgebaute Häuser, behelfsmäßig abgestützte Mauern und provisorisch geflickte Dächer.  Einst prachtvolle Bauten bieten ein trostloses Bild.  Beim Wiederaufbau historischer Baudenkmäler kann deshalb auch nur mit bescheidenen Mitteln gearbeitet werden.
Diese Situation stellte sich auch in Siegburg ein.  Der Aufbau der kriegszerstörten Abteigebäude war ein ungemein schweres Unterfangen, aber auch eine stattliche Leistung von Abt Ildefons Schulte-Strathaus und seinen Mönchen.
So begeistert auch damals die Mönche an dem Wiederaufbau ihres Hauses arbeiteten, die finanzielle Last bei der Wiedererrichtung der Abtei, die nach außen hin ihr barockes Gesicht behalten sollte, überstieg die Mittel des Benediktinerkonventes bei weitem.
Eine Idee sollte helfen, die Belastung zu mindern. "Der Verein führt den Namen "Verein der Freunde und Förderer des Michaelsberges in Siegburg" und soll in das Vereinsregister eingetragen werden. Er hat seinen Sitz in Siegburg. Der Verein hat die Aufgabe, den Wiederaufbau und die Ausgestaltung der kriegszerstörten Gebäude auf dem Michaelsberg in jeder möglichen Weise zu fördern.  Die der Abtei zur Verfügung gestellten Mittel werden ihr zu beliebigen Verwendung zu Wiederaufbauzwecken überlassen." 
So beginnt der Text der Satzung des Fördervereins, der am 20.  März 1948 in der Abtei zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Klosteranlage gegründet wurde.
Es waren Dr. Hans Hümmeler, Josef Kargl, Werner Göhring und Pater Dr. Reginhard Spilker von der Abtei; weiterhin Dechant Johannes Becker und Alois Becker, die sich im Kloster zusammensetzten um konkrete Vorschläge zur Hilfestellung für die völlig zerstörte Abtei zu machen.
In 9 Paragraphen wurden Mitgliedschaft und Zweck und die interne Vereinsverwaltung festgelegt. Von der Abteilung 4a des Amtsgerichtes Siegburg wurde der Förderverein am 1. Juli 1948 unter der Nr. 185 im Vereinsregister eingetragen.  Als erster Vorsitzender wurde Dr. Hans Hümmeler, Verleger in Siegburg, im Register verzeichnet. Was dieser Förderverein in den 50 Jahren seines Bestehens geleistet hat, ist bemerkenswert.

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Abtei Michaelsberg für die Zukunft stärken 
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Pressemitteilung vom 24.06.2010. Siehe bitte auch: zusätzliche Infos

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